29.09.2021

Exkursion am 29.09.2021: Es tut sich was im Wald

Am Südhang des Fürstenberges hatten die Exkursionsteilnehmer einen guten Blick in Richtung Hondingen und das Aitrachtal. Erläutert wurden die geplanten Maßnahmen zum Waldumbau. (Foto: NGP Baar)

Auch in diesem Jahr hat das Naturschutzgroßprojekt Baar (NGP Baar) eine Exkursion für die Mitglieder der projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) angeboten. Ziel ist es, an Hand ausgewählter Maßnahmen über den Fortschritt des Naturschutzgroßprojektes Baar vor Ort zu berichten.
Die erste Station war deshalb am vergangenen Mittwochvormittag der Wald südlich der Gnadentalkapelle in Donaueschingen-Neudingen. Dort erläuterte Projektmitarbeiter Jörg Fünfgeld die durchgeführten Maßnahmen. Zum einen wurde ein Fichtenbestand auf einer Fläche von rund 1,1 Hektar aufgelichtet. Der so geschaffene Korridor ermöglichte es, insbesondere Insekten zwischen den angrenzenden Wiesen, die durch den Fichtenriegel getrennt sind, zu wandern. Daneben wurde auch der Waldrand abwechslungsreicher gestaltet. Die gerade Linie zwischen Wald und Grünland wurde aufgebrochen, indem Fichten entnommen und so Buchten geschaffen wurden. Auch haben nun einige Laubbäume wieder mehr Luft zum Wachsen. Insgesamt wurde die Struktur verbessert und unterschiedliche kleinklimatische Bedingungen gefördert. Grundsätzlich erläuterte Dr. Friedrich Kretzschmar vom Regierungspräsidium Freiburg, dass entlang der Übergangsbereiche zwischen zwei Lebensräumen in der Regel eine höhere Artendichte zu finden ist, als in den jeweils angrenzenden Bereichen (Grenzlinienwirkung/Randeffekt, auch edgeeffect (engl.) genannt).
An der Straße vom Schächer (Hüfingen-Fürstenberg) zur Längewiese erklärte Projektleiter Thomas Kring die angedachte Freistellung des dortigen Steinbruches. Durch die Beseitigung der Gehölze kann der Lebensraum für Insekten, Reptilien und Pflanzen trocken-warmer Standorte deutlich verbessert werden.
Direkt südlich der Straße befindet sich im Buchenwald eine Stilllegungsfläche. Hier wurde zwischen der Stadt Hüfingen und dem Naturschutzgroßprojekt Baar vereinbart, dass der Wald und vor allem die 80- bis 120-jährigen Buchen nicht genutzt werden. Durch die Nutzungsaufgabe können die Bäume ihr natürliches Alter von bis zu 300 Jahren erreichen und Spechten als Nahrungs- und Höhlenbäume dienen. Als Folgenutzer ziehen gerne Hohltauben und Fledermäuse in die Spechthöhlen ein.
Der Abschluss des Vormittages fand auf dem Fürstenberg statt. Zur Unterstützung des Schäfers wurde am Südhang der Zaun mit Projektmitteln erneuert. Darüber hinaus wurden Waldflächen durch das Naturschutzgroßprojekt Baar erworben. Aus den dichten und sehr artenarmen Fichtenbeständen soll ein lichter Wald aus Kiefern und Eichen entwickelt werden. Dieser Bestand kann dann Arten der lichten Wälder sowie der Mager- und Trockenrasen, wie beispielsweise der Weißen Schwalbenwurz, dem Baumpieper oder dem Esparsetten-Widderchen, als Lebensraum dienen.

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